{"id":2511,"date":"2016-11-27T20:45:28","date_gmt":"2016-11-27T18:45:28","guid":{"rendered":"http:\/\/allover-magazin.com\/?p=2511"},"modified":"2016-12-06T12:27:11","modified_gmt":"2016-12-06T10:27:11","slug":"eine-wiener-melange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allover-magazin.com\/?p=2511","title":{"rendered":"Eine Wiener Melange"},"content":{"rendered":"<p><strong>I<\/strong><\/p>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr Neubauten in der Stadt ist deren Einf\u00fcgung in die historische Umgebung. Arthur Mandler schreibt dazu in seinem Aufsatz \u201eUmnutzung alter Bausubstanz als architektonische Aufgabe\u201c: \u201eDie Bandbreite des Umgangs [mit historischer Bausubstanz] reicht von weitgehendem Verzicht auf sichtbare Eingriffe und der Beschr\u00e4nkung auf das f\u00fcr die neuen Nutzungen N\u00f6tigste bis hin zur bewussten Verdeutlichung und Inszenierung der geschichtlichen Spuren und des Gebrauchs, von der konservatorisch perfekten Restaurierung bis zur umfassenden Neuinterpretation.\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a>\u00a0Mandler schreibt weiter von einem \u201eunsensible[n]\u00a0Umgang mit alter Bausubstanz in fr\u00fcheren Jahren\u201c<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a>\u00a0und fordert in Anlehnung an die Charta von Venedig: \u201eDas zu Erhaltende ist zu suchen, dessen Qualit\u00e4ten sind freizulegen und das Neue, das Eigene ist authentisch hinzuzuf\u00fcgen.\u201c<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a>\u00a0Diese Charta, die 1964 vom zweiten Internationalen Kongress der Architekten und Denkmalpfleger anerkannt wurde, setzt die grunds\u00e4tzliche Gleichwertigkeit aller Zeitschichten eines Geb\u00e4udes fest, und die Erhaltung sowohl k\u00fcnstlerischer Qualit\u00e4ten als auch historischer Zeugniskraft. Denkmalpflege bewegt sich zwischen diesen Polen, die f\u00fcr sich allein nie erreicht werden k\u00f6nnen. Mandler sieht die Zukunft der Baut\u00e4tigkeit beim Bauen im Bestand, tritt jedoch nicht f\u00fcr eine Erhaltung alter Geb\u00e4ude um jeden Preis ein: \u201eDas blo\u00dfe Nebeneinander- und Gegen\u00fcberstellen von alten und neuen Bauteilen allein gen\u00fcgt nicht; es bedarf vielmehr stets einer interpretativen Bearbeitung durch den Architekten.\u201c<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_2572\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2572\" class=\"size-large wp-image-2572\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_1_Altbau_Fassade_2014-1024x856.jpg\" alt=\"Abb. 1: Gesamtbild der Bankfiliale, Mai 2014.\" width=\"640\" height=\"535\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_1_Altbau_Fassade_2014-1024x856.jpg 1024w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_1_Altbau_Fassade_2014-300x251.jpg 300w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_1_Altbau_Fassade_2014-768x642.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-2572\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Gesamtbild der Bankfiliale, Mai 2014.<\/p><\/div>\n<p>Die Floridsdorfer Bankfiliale Am Spitz 11 kann \u2013 obwohl sie 30 Jahre vor dem Text entworfen wurde \u2013 als exemplarische Antwort auf diese Forderungen von Mandler und im h\u00f6heren Ma\u00dfe als Beispiel f\u00fcr die praktische Umsetzung der Charta von Venedig gelten. Ich werde mich in diesem Aufsatz dem umfangreichen Themenkomplex \u201eBauen im Bestand\u201c ann\u00e4hern und werde fragen, wie Forderungen wie \u201einterpretative Bearbeitung\u201c oder \u201eauthentische Hinzuf\u00fcgung des Eigenen\u201c umgesetzt werden k\u00f6nnen. Dabei werde ich nicht, was unter Umst\u00e4nden durchaus fruchtbar sein kann, einen Vergleich zwischen einer Reihe von Beispielen anstellen, sondern einen einzigen Bau \u2013 die genannte Bankfiliale \u2013 eingehend untersuchen und ihre Struktur analysieren, um dadurch Erkenntnisse im weiten Bereich des Themengebietes \u201eBauen im Bestand\u201c und \u00fcber dessen M\u00f6glichkeiten zu erhalten. Ich bediene mich also der Methode der Induktion, um zu Ergebnissen zu kommen.<\/p>\n<p><strong>II<\/strong><\/p>\n<p>Die Bankfiliale (Abb. 1)\u00a0liegt\u00a0\u201eam Spitz\u201c, das hei\u00dft an der Gabelung der Floridsdorfer Hauptstra\u00dfe nach Prag und Br\u00fcnn. Der urspr\u00fcngliche Bau wurde bereits als Bankfiliale geplant und gebaut \u2013 darauf bedacht, zur Hauptstra\u00dfe ein m\u00f6glichst eindrucksvolles Bild zu geben. Das sp\u00e4thistoristische Geb\u00e4ude wurde 1894\/95 von Alois Fr\u00f6mml errichtet und ist in seiner Fassade stark gegliedert.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a>\u00a0Die unterste Zone wird vertikal durch Pilaster, Pfeiler und Halbs\u00e4ulen, horizontal durch durchgehende rustizierende B\u00e4nder unterteilt. Auf ein Gurtgesims mit Konsolen folgt die n\u00e4chste Zone, die sich Pilastern der Kompositordnung bedient, die Fenster der Ostseite sind zus\u00e4tzlich mit\u00a0\u00c4dikulen umrahmt. Bekr\u00f6nt wird die Fassade durch ein Geb\u00e4lk \u2013 das Kranzgesims hat weitere, anders geformte Konsolen \u2013 und im Attikageschoss durch eine Balustrade. Der Eckturm, der den Zugang zum Geb\u00e4ude bietet, ist von der \u00fcbrigen Fassade leicht plastisch herausgehoben und wird mit einer Kuppel bekr\u00f6nt, auf der wiederum eine Statue eines b\u00e4rtigen Mannes in Renaissancetracht thront, mit einer stehenden Lanze in der Hand.<\/p>\n<div id=\"attachment_2573\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2573\" class=\"size-large wp-image-2573\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_2_Grundriss-926x1024.jpg\" alt=\"Abb. 2: Schnitt und Grundriss der Bankfiliale Am Spitz 11.\" width=\"640\" height=\"708\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_2_Grundriss-926x1024.jpg 926w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_2_Grundriss-271x300.jpg 271w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_2_Grundriss-768x849.jpg 768w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_2_Grundriss.jpg 1381w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-2573\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Schnitt und Grundriss der Bankfiliale Am Spitz 11.<\/p><\/div>\n<p>Aus der Betrachtung der\u00a0Fassade\u00a0erschlie\u00dfen sich viele Bauformen, denen sich der Historismus bedient. Mindestens genauso wichtig wie die Schauseite ist die Tatsache, was man vor 1970, wenn man in die Nebenstra\u00dfe ging, an der Hinterseite des Geb\u00e4udes sah: N\u00e4mlich nichts. Es steht zwar kein dokumentierendes Fotomaterial zur Verf\u00fcgung, doch in Berichten ist mehrmals von einer \u201eBaul\u00fccke\u201c die Rede, die dem Neubau zugewiesen wurde. Diese freie Fl\u00e4che hinter dem Bankgeb\u00e4ude war blo\u00df ein ung\u00fcnstig geformtes Grundst\u00fcck: Der zu den Nachbargeb\u00e4uden hin fast rechtwinklige Bauplatz wird durch die schr\u00e4ge Schwaigergasse \u201eabges\u00e4gt\u201c und erh\u00e4lt somit eine Trapezform. (Abb. 2) Es ist nichts anderes als der \u201eRestplatz\u201c, den die unterschiedlich hohen Nachbargeb\u00e4ude \u00fcbrig\u00a0gelassen haben.<\/p>\n<p>Friedrich Kurrent und Johannes Spalt (f\u00fcr die Statik war Wolfdietrich Ziesel zust\u00e4ndig) entscheiden sich f\u00fcr eine Segmentierung des Neubaus in sechs \u2013 zur Schwaigergasse hin gleich breite \u2013 Abschnitte, die in ihrer L\u00e4nge von der Pragerstra\u00dfe weg abnehmen. (Abb. 3) Das kleinste Segment bildet den \u00dcbergang zum normal zur Schwaigergasse orientierten Nachbarhaus. Diese letzte nicht vermeidbare \u201eRestfl\u00e4che\u201c wird f\u00fcr ein zweites Stiegenhaus mit T\u00fcr zur Nebenstra\u00dfe genutzt, das als zus\u00e4tzlicher Zugang f\u00fcr MitarbeiterInnen direkt mit den B\u00fcros auf den Galerien verbunden ist. Die Segmente nehmen nicht nur in ihrer L\u00e4nge, sondern auch (mit geringerem Unterschied) in der H\u00f6he ab. Die verbindenden Elemente sind Stahlbetonrahmenbinder, die sowohl von au\u00dfen als auch von innen sichtbar sind und als die wichtigsten Tr\u00e4ger des Geb\u00e4udes auch als solche pr\u00e4sentiert werden. Die L\u00f6sung der Abschnittbildung bietet einen eleganten Ausgleich des H\u00f6henunterschieds zum Nachbargeb\u00e4ude mittels absteigender Terrassen. Au\u00dferdem werden die l\u00e4ngeren Abschnitte trotz ihrer h\u00f6heren Raumtiefe durch die gleichzeitig h\u00f6heren Fensterfl\u00e4chen weit ausgeleuchtet. Zus\u00e4tzliche Belichtung bringen die Glasbausteine auf der R\u00fcckseite des Geb\u00e4udes sowie kleine horizontale Oberlichter zwischen den Terrassen der Decke. Die Segmente entsprechen in ihrer Stra\u00dfenbreite dem Teil der alten Fassade, der fensterlos neben dem Eckturm in die Schwaigergasse weist. Dieses Ma\u00df passt sechsmal in die Baul\u00fccke, bis es genau an das Nachbargeb\u00e4ude st\u00f6\u00dft.<\/p>\n<div id=\"attachment_2574\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2574\" class=\"size-medium wp-image-2574\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_3_Neubau_Fassade_2014-300x255.jpg\" alt=\"Abb. 3: Fassade des Neubaus, Mai 2014.\" width=\"300\" height=\"255\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_3_Neubau_Fassade_2014-300x255.jpg 300w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_3_Neubau_Fassade_2014-768x653.jpg 768w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_3_Neubau_Fassade_2014-1024x870.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2574\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Fassade des Neubaus, Mai 2014.<\/p><\/div>\n<p>Johannes Spalt (*1920 in Gmunden, Ober\u00f6sterreich) und Friedrich Kurrent (*1931 in Hintersee, Salzburg) schlossen sich gemeinsam mit Wilhelm Holzbauer (*1930 in Salzburg Stadt) und Otto Leitner (*1931 in Unterach\/Attersee, Ober\u00f6sterreich) 1951 \u2013 noch in ihrer Studienzeit an der Akademie der bildenden K\u00fcnste in Wien in der Meisterklasse Clemens Holzmeister \u2013 zu einer Architektengruppe zusammen, um gemeinsam an Projekten arbeiten zu k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0Diesem Zusammenschluss gaben sie den schlichten Titel \u201eArbeitsgruppe 4\u201c. Nach nur zwei Jahren verl\u00e4sst Leitner die Gruppe, 1964 Holzbauer. Kurrent und Spalt bleiben in Kooperation bis zum Auftrag der Wiener Zentralsparkasse f\u00fcr den Um- beziehungsweise Neubau der Bankfiliale in Wien XXI., das letzte Projekt der Arbeitsgruppe\u00a04. Die Gruppe \u00fcbte in den zwanzig Jahren ihres Wirkens und dar\u00fcber hinaus \u2013 trotz der geringen Anzahl an tats\u00e4chlich ausgef\u00fchrten Bauten \u2013 einen betr\u00e4chtlichen Einfluss auf die\u00a0\u00f6sterreichische Architektur der Zweiten Republik aus. 2010 versuchte eine erste umfassende Ausstellung zur Werkgeschichte der Gruppe im Architekturzentrum Wien mit dem Titel\u00a0<em>x Projekte der arbeitsgruppe 4. Holzbauer, Kurrent, Spalt (1950\u20131970)<\/em>\u00a0den Umfang dieses Einflusses aufzuzeigen. Anl\u00e4sslich dieser Ausstellung erschien im gleichen Jahr, herausgegeben vom Architekturzentrum, die Publikation\u00a0<em>Arbeitsgruppe 4. Wilhelm Holzbauer, Friedrich Kurrent, Johannes Spalt. 1950\u20131970<\/em>. Neben einigen erg\u00e4nzenden Beitr\u00e4gen ist deren Hauptst\u00fcck der Aufsatz \u201eIm Vordergrund das Bauen\u201c, den die beiden Kuratorinnen Sonja Pisarik und Ute Waditschatka verfasst haben und der eine ausf\u00fchrliche Werkgeschichte der Arbeitsgruppe 4 bietet. Sonja Pisarik schreibt darin \u00fcber die Floridsdorfer Bankfiliale. Die funktionale Fassade des Neubaus, mit Sicht auf tragende St\u00fctzen, Glasfront und gro\u00dffl\u00e4chigen Sonnenschutz, erzeugt zun\u00e4chst eine Spannung zur Fassade des Altbaus mit Risalit, Pilaster, Gesimsen et cetera, die un\u00fcberwindbar aufgrund ihrer zeitlichen Differenz scheint. Aber Pisarik meint dazu: \u201eDie Au\u00dfenfront mit der gleicherma\u00dfen strukturellen wie dekorativen Fassade aus elektrisch steuerbaren Lamellen spielt trotz ihrer betonten Technizit\u00e4t bei genauerer Betrachtung gar eine Vermittlerrolle zwischen Alt und Neu: Diese transformieren die plastische B\u00e4nderung im Sockelgeschoss des Altbaus in eine moderne Gestalt der horizontalen Fassadengliederung.\u201c<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Nicht nur das, die Stahlbetonrahmenbinder liefern dazu die vertikale Gliederung (Abb. 3). So setzt sich die angesprochene starke Gliederung der alten Fassade in der neuen fort und bezeugt die Zusammengeh\u00f6rigkeit beider Geb\u00e4udeteile. Ein weiterer Bezug des Neubaus zum Altbau sind die Fensterachsen. Am Altbau sind sie weithin sichtbar, zur Pragerstra\u00dfe hin sind es f\u00fcnf. Nun nimmt der Neubau diese Gliederung auf und gestaltet, zur anderen Seite hin \u2013 mit dem Turm als Gelenk \u2013 ebenfalls f\u00fcnf Fensterachsen, blo\u00df sind hier die Fenster\u00f6ffnungen wandf\u00fcllend. Diese Gliederung in f\u00fcnf Fensterabschnitte ist als klare Referenz zu verstehen, w\u00e4ren doch alle m\u00f6glichen abweichende Gestaltungen, etwa sechs Fensterabschnitte oder auch eine ununterbrochen durchgezogene Glasfassade, wie sie in einem Vorentwurf auftaucht, ebenso denkbar gewesen.<\/p>\n<p><strong>III<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_2575\" style=\"width: 211px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2575\" class=\"size-medium wp-image-2575\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_4-201x300.jpg\" alt=\"Abb. 4: Eingangssituation in die Kassenhalle. \" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_4-201x300.jpg 201w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_4.jpg 260w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><p id=\"caption-attachment-2575\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 4: Eingangssituation in die Kassenhalle.<\/p><\/div>\n<p>Betritt man die Bankfiliale, so findet man sich nach Durchschreiten des Eingangsturms und des Windfangs bereits in der geb\u00e4udef\u00fcllenden Kassenhalle wieder (Abb. 4). Das erste auffallende Element ist der Wartebereich im ersten Stock, der balkonartig hervorkragt. Diese runde Auskragung, die den Raum durch ihre ungew\u00f6hnliche Form dominiert, kann als Referenz auf den Eingangsturm verstanden werden, der seinerseits die Au\u00dfengestalt durch seine markante Form pr\u00e4gt. Auf der rechten Seite der Kassenhalle befinden sich zwei \u00fcbereinander liegende Galerien. Diese sind, wie der runde Balkon, wei\u00df und haben verchromte Gel\u00e4nder und pro Stockwerk vier schlanke, runde St\u00fctzen (Abb. 5). Sie bieten Platz f\u00fcr B\u00fcros, die offen bleiben. Die Galerien sind im rechten Winkel zur Altbaufassade ausgerichtet, ihnen gegen\u00fcber liegt die Glasfassade des Neubaus, zwischen beiden spannt sich die Kassenhalle auf. Galerien und Glasfassade laufen aufeinander zu und gehen in eine kurze, abschlie\u00dfende Wand \u00fcber. Die Kassenhalle erh\u00e4lt somit einen fast dreieckigen Grundriss. Zudem wird \u2013 wie es die Architekten auch betonten<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a>\u00a0\u2013 die perspektivische Raumwirkung durch die nach hinten niedrigeren Fensterfronten und k\u00fcrzer werdenden Stahlbetonrahmenbinder verst\u00e4rkt. Von der anderen Seite des Kassensaals wird dieser Effekt umgedreht. Dies zeugt vom fast spielerischen Umgang mit Perspektive, der durch die Grundst\u00fccksform\u00a0erst m\u00f6glich wurde. Die Tatsache, dass die Sicht auf die Glasbausteinfassade des Neubaus durch die Galerien teilweise verdeckt wird und somit die Ausrichtung dieser R\u00fcckwand in der Erscheinung f\u00fcr die BetrachterInnen variabel bleibt, f\u00fchrt zu einer besonderen r\u00e4umlichen Erfahrung (Abb. 5). Denn diese sind verleitet, die\u00a0R\u00fcckwand\u00a0in der gleichen Schr\u00e4glage wie die Fassadenwand, blo\u00df gespiegelt, anzunehmen und somit den Grundriss als gleichschenkeliges Trapez wahrzunehmen. In der Tradition perspektivischer Darstellung spielt diese Form als Stellvertreter f\u00fcr ein weit zur\u00fcckfluchtendes Rechteck eine entscheidende Rolle. Das Trapez ist jedoch in keiner Repr\u00e4sentationsfunktion, sondern ist in einer r\u00e4umlichen Erfahrung verk\u00f6rpert. Die unregelm\u00e4\u00dfige Grundfl\u00e4che wird jedenfalls verschleiert, um Regelm\u00e4\u00dfigkeit zu suggerieren, die in dieser Form gar nicht gegeben ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_2576\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2576\" class=\"size-medium wp-image-2576\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_5-300x229.jpg\" alt=\"Abb. 5: Kassenhalle.\" width=\"300\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_5-300x229.jpg 300w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_5-768x587.jpg 768w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_5-1024x783.jpg 1024w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_5.jpg 1049w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2576\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 5: Kassenhalle.<\/p><\/div>\n<p>Aber dies ist nicht die einzige M\u00f6glichkeit, den Raum aufzufassen. Es gibt eine zweite Betrachtungsweise des Innenraums, die nur den Kassenhallenbereich, ohne den Raum hinter den Galerien, heranzieht. Die f\u00fcr diese Auffassung wichtigsten raumbildenden Objekte sind die H\u00e4ngelampen. Sie sind nicht, wie man annehmen k\u00f6nnte, je nach Segmenth\u00f6he unterschiedlich hoch geh\u00e4ngt, sie h\u00e4ngen alle durchgehend auf einer H\u00f6he, in einer gemeinsamen Ebene im Raum. Diese\u00a0virtuelle\u00a0Deckenfl\u00e4che sieht sich einer ebenen Fu\u00dfbodenfl\u00e4che gegen\u00fcber, verbunden werden beide Fl\u00e4chen durch die Galerien mit ihren wei\u00dfen, flachen Stirnseiten zum Kassensaal. Gemeinsam umschlie\u00dfen diese Elemente einen Raum, der auf der Galerieseite zu einem Quader ansetzt. Dieser wird auf der Fensterseite jedoch nicht fortgesetzt, er wird von der Schwaigergasse durchschnitten. Trotzdem ist man versucht, den ansetzenden Quader geistig zu vervollst\u00e4ndigen. Die unterschiedliche Raumh\u00f6he, die f\u00fcr die Au\u00dfengestaltung\u00a0elementar\u00a0ist, w\u00fcrde im Innenraum eine zu starke Einzelraumbildung f\u00f6rdern. Der Kassensaal soll aber den BankkundInnen als gro\u00dfz\u00fcgiger und einheitlicher Raum pr\u00e4sentiert werden: Diesen Eindruck vermag der ansetzende, halbe Quader zu leisten. Die Raumstruktur wirkt dadurch regelm\u00e4\u00dfig, leicht zu erfassen und einheitlich. Die schr\u00e4ge Fensterfront tr\u00e4gt andererseits dazu bei, den vollkommen regelm\u00e4\u00dfigen Raum zu durchbrechen und in einer dynamischen Schr\u00e4ge von vorn bis hinten zu durchschneiden. Der Raum entwickelt sich zusehends als zweischneidig, einerseits auf der rechten Seite die regelm\u00e4\u00dfige, koordinatengerechte Seite mit den B\u00fcros, die Seite der Bank selbst, auf der anderen Seite die schr\u00e4ge Fassade, die nach au\u00dfen weist und die \u00e4u\u00dfere Umgebung durch den Blick nach drau\u00dfen, zur \u00d6ffentlichkeit, hereinholt. Die Schutzlamellen haben dabei die\u00a0elementare\u00a0Aufgabe der sanften Abschirmung, die nicht nur vor Sonneneinstrahlung sch\u00fctzt. Zusammenfassend gesagt er\u00f6ffnen sich den BesucherInnen zwei Auffassungsm\u00f6glichkeiten, die erste auf den ganzen Raum inklusive Galerieraum bezogen, die zweite nur auf den Kassensaal selbst. In beiden F\u00e4llen wirkt der Raum um einiges regelm\u00e4\u00dfiger als seine Grundfl\u00e4che\u00a0wirklich ist.<\/p>\n<p><strong>IV<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAlle baulichen und r\u00e4umlichen Voraussetzungen sollten vor allem dazu dienen, den Kunden einen leichten Kontakt zum Personal zu erm\u00f6glichen und eine unkomplizierte und angenehme Gesch\u00e4ftsabwicklung zu gew\u00e4hrleisten.\u201c<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a>, sagte Spalt \u00fcber den Neubau am Floridsdorfer Spitz. Au\u00dferdem sei von Anfang an klar gewesen, dass der Altbestand erhalten werden sollte. Einerseits waren die Architekten seit ihren ersten Entw\u00fcrfen immer f\u00fcr Miteinbezug des Altbestandes, andererseits musste, nach Angaben Kurrents,<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a>\u00a0schlicht der Kassenbetrieb w\u00e4hrend der Bauarbeiten aufrechterhalten werden. Somit treffen sich zwei Zielsetzungen f\u00fcr den Bau, eine zufriedenstellende Funktionalit\u00e4t und die Erhaltung der Erscheinung des Altbaus. Zum Ergebnis schreiben die Architekten im \u201abau-report\u2018 im Architekturmagazin \u201eder aufbau\u201c von 1975, kurz nach der Fertigstellung, pr\u00e4gnant und treffend: \u201e\u00c4u\u00dferlich belassen, innerlich umgebaut und mit dem neuen Teil verbunden.\u201c<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a>\u00a0Denn der Altbau wurde nur in seiner Fassade unver\u00e4ndert belassen, im Inneren wurde die Wand zwischen Alt- und Neubau fast vollst\u00e4ndig durchgebrochen, um den modernen Kassensaal zu vergr\u00f6\u00dfern (Abb. 2). Die \u00dcberreste der R\u00fcckwand der alten Bank wurden zu wei\u00dfen, rechteckigen Pfeilern. Sie k\u00f6nnen zwar die um die Baugeschichte informierten BetrachterInnen auf die alte Baustruktur hinweisen, sind in ihrer Form jedoch vollkommen mit der neuen Bausubstanz verschmolzen. Der Neubau erweist sich damit nicht als blo\u00dfer Anbau an die alte, unangetastete Bausubstanz, vielmehr greift der Neubau innerlich in den Altbau hinein und ver\u00e4ndert dadurch die Struktur des Innenraums. Der Neubau will sich also nicht blo\u00df als Anbau, sondern als legitime und logische Erweiterung des Altbaus verstanden wissen.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude kann folglich als eine Symbiose von zwei unterschiedlichen Bautraditionen zu einer Einheit bezeichnet werden. Denn wenn sich, im biologischen Wortsinn, zwei Organismen zu einer Symbiose zusammenschlie\u00dfen, dann bedeutet das, dass jede\/r SymbiosepartnerIn sich wenigen Aufgaben besonders aufmerksam widmet \u2013 unter Vernachl\u00e4ssigung der Aufgaben, die der\/die PartnerIn betreut. Diese Vorgehensweise ist auch an der Bankfiliale zu beobachten. Dem Altbau ist die Zust\u00e4ndigkeit der Pr\u00e4senz nach au\u00dfen zugefallen, die moderne Fassade nimmt sich bewusst zur\u00fcck und \u00fcberl\u00e4sst ihr das Feld, sie passt sich ihr \u2013 wie gezeigt wurde \u2013 sogar an. Im Inneren zieht sich die alte Bausubstanz wiederum soweit es geht zur\u00fcck und \u00fcberl\u00e4sst dem Neubau die Gestaltung. Der neue Kassensaal greift in den Altbau hinein um die bestm\u00f6gliche Raumwirkung erzielen zu k\u00f6nnen und beseitigt dabei zu einem \u00fcberwiegenden Teil die urspr\u00fcngliche Raumaufteilung der alten Bank.<\/p>\n<p>Zum Aussehen der Bankfiliale stellt sich die Frage, ob Referenzbauten festzustellen sind. Ein konkretes Vorbild gibt es zwar nicht, die Ausstattung des Innenraums kann jedoch eindeutig der klassischen Moderne zugeordnet werden. Dieser Ansicht war auch J.\u00a0van\u00a0Heuvel, der seine Betrachtungen \u00fcber die Floridsdorfer Bankfiliale, laut Johannes Spalt in der Niederl\u00e4ndischen Tageszeitung\u00a0<em>Cobouw<\/em>\u00a0vom 7. 1. 1977 ver\u00f6ffentlicht, folgenderma\u00dfen abschlie\u00dft: \u201eMan kann sich fragen, ob so etwas, n\u00e4mlich die Fortsetzung der Tendenzen der zwanziger oder drei\u00dfiger Jahre der Architekturgeschichte, heutzutage w\u00fcnschenswert ist. Hier \u00fcberkam mich aber die \u00dcberzeugung, da\u00df es offenbar Momente gibt, in denen die damaligen Bestrebungen wieder zum Leben erweckt werden k\u00f6nnen. Wiener Architekten sind fast Kunsthistoriker, wenn es die Architektur betrifft, Spalt und Kurrent sind das ganz besonders.\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Dabei ist van Heuvels Ausdrucksweise zu beachten: \u201awieder zum Leben erwecken\u2018, nicht \u201awiederholen\u2018 oder \u201afortsetzen\u2018. Denn so wird impliziert, dass nicht blo\u00df zitiert wird, sondern die \u201aBestrebungen\u2018, die Ideen und Visionen der modernen Architektur in der Zwischenkriegszeit, einen neuen Raum f\u00fcr ihre Artikulation erhalten. Deshalb ist es angebracht, nicht nur nach Geb\u00e4uden zu suchen, die f\u00fcr die Bankfiliale eine Vorbildfunktion gehabt haben k\u00f6nnten und Elemente des Innenraums der Bank mit deren Elementen zu vergleichen, sondern auch theoretische Schriften \u00fcber Architektur aus der Zeit der klassischen Moderne zur Beurteilung des Neubaus von 1974 heranzuziehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2577\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2577\" class=\"size-large wp-image-2577\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_6_NEU-1024x598.jpg\" alt=\"Abb. 6: Le Corbusier und Pierre Jeanneret, Villa Savoye, Poissy-sur-Seine, 1930.\" width=\"640\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_6_NEU-1024x598.jpg 1024w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_6_NEU-300x175.jpg 300w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_6_NEU-768x449.jpg 768w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_6_NEU.jpg 1385w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-2577\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 6: Le Corbusier und Pierre Jeanneret, Villa Savoye, Poissy-sur-Seine, 1930.<\/p><\/div>\n<p>Zuerst zu den theoretischen Bez\u00fcgen: 1932 fand die erste Architekturausstellung des 1929 gegr\u00fcndeten Museum of Modern Art in New York statt. Henry-Russel Hitchcock und Philip Johnson pr\u00e4sentierten dort Arbeiten von Le Corbusier, J. J. P. Oud, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und als Kontrast auch von Frank Lloyd Wright.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a>\u00a0Gemeinsam mit der Ausstellung ver\u00f6ffentlichten Hitchcock und Johnson auch den Band\u00a0<em>The International Style: Architecture since 1922<\/em>. Damit pr\u00e4gten sie den Begriff des \u201eInternationalen Stils\u201c und betonten die Vorz\u00fcge dieses neuen Stils bei bestehenden Bauten und f\u00fcr zuk\u00fcnftige Projekte. Wichtige Punkte der Publikation sind Abgrenzungen zur vergangenen Architektur, wie zum Beispiel unter Punkt 4 \u201eEin erstes Prinzip: Architektur als umschlossener Raum\u201c: \u201eDie Wirkung von Masse, von statischer Festigkeit, eben noch die prim\u00e4re Qualit\u00e4t von Architektur, ist verschwunden; an ihre Stelle tritt die Wirkung reiner K\u00f6rper \u2013 oder genauer, von glatten Fl\u00e4chen, die einen Raum umschlie\u00dfen. Das vorherrschende architektonische Element ist nicht mehr der feste Stein, sondern der offene Beh\u00e4lter.\u201c<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kann man beim Altbau der Bank eben diese \u201aWirkung von Masse\u2018 sehen, dem sich der Innenraum mit seinen \u201aglatten Fl\u00e4chen, die einen Raum umschlie\u00dfen\u2018 entschieden entgegensetzt. Auch haben sowohl die Sonnenschutzlamellen als auch die Galerien Einfluss auf die tendenziell horizontale Wirkung der Fassade des Neubaus im Gegensatz zum Aufw\u00e4rtsstreben der alten Bank mit ihrem Eckturm und der steilen Kuppel. \u201eHorizontalit\u00e4t, das auffallendste Merkmal des Internationalen Stils, was seine visuelle Wirkung betrifft [&#8230;]. Horizontalit\u00e4t als Selbstzweck ist jedoch kein Prinzip des Internationalen Stils. Wo die Funktion ein Vertikalelement verlangt, dr\u00fcckt sich dies auch aus.\u201c<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a>\u00a0Und diese Vertikalelemente, die auch im Neubau ben\u00f6tigt werden, sind die Pfeiler und die Stahlbetonrahmenbinder, die das Geb\u00e4ude in seiner ganzen H\u00f6he durchziehen und keineswegs versteckt werden. Die Glasbausteine, die an der R\u00fcckwand gro\u00dffl\u00e4chig zum Einsatz kommen, werden auch angesprochen: \u201eGlasbausteine und Milchglasscheiben sind Arten von Fassadenmaterialien, die gelegentlich anstelle von regul\u00e4ren Fenstern verwendet werden k\u00f6nnen. [\u2026] Die Wirkung ist eindrucksvoll und harmonisch, [\u2026] Glasbausteine er\u00f6ffnen einen Weg, nat\u00fcrliches Licht ins Geb\u00e4udeinnere zu bekommen, ohne Fensterrahmen zu verwenden.\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_2578\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2578\" class=\"size-large wp-image-2578\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_7_NEU-1024x909.jpg\" alt=\"Abb. 7: Mies van der Rohe, Villa Tugendhat, Br\u00fcnn, 1930.\" width=\"640\" height=\"568\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_7_NEU-1024x909.jpg 1024w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_7_NEU-300x266.jpg 300w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_7_NEU-768x682.jpg 768w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_7_NEU.jpg 1248w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-2578\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 7: Mies van der Rohe, Villa Tugendhat, Br\u00fcnn, 1930.<\/p><\/div>\n<p>Nun zu den Vergleichen. Es gibt aus den 1920er und 1930er Jahren unz\u00e4hlige Geb\u00e4ude, die in ihrer ganzen Gestalt oder zumindest in Teilen mit dem Bankneubau verglichen werden k\u00f6nnen. Ich w\u00e4hle zwei der prominentesten Bauten aus, die auch in Hitchcock und Johnsons \u201eInternational Style\u201c vorkommen, beide von 1930: Le Corbusiers Villa Savoye, Poissy-sur-Seine (Abb. 6), und Mies van der Rohes Villa Tugendhat, Br\u00fcnn (Abb. 7). Le Corbusier arbeitet bei der Gestaltung der Villa Savoye vor allem mit den geometrischen K\u00f6rpern Quader und Zylinder und mit deren ausgewogenem Verh\u00e4ltnis zueinander. Mies van der Rohes Geb\u00e4ude bedient sich zwar dem Quader als h\u00e4ufigster Form, doch die wenigen zylindrischen Elemente sind an so prominenten Stellen platziert, am Eingang und im Esszimmer, dass sie einen besonders hohen Stellenwert im Raumgef\u00fcge erhalten. So auch in der Bankfiliale: Die Pfeiler und die Galerien haben nicht nur selbst die Form eines Quaders, sie umschlie\u00dfen auch mit den H\u00e4ngelampen und dem Fu\u00dfboden den Raum in einem halben Quader. Die zylindrischen Elemente, die St\u00fctzen der Galerien und der hervorkragende Wartebereich, sind zwar verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig in der Unterzahl zu den rechteckigen K\u00f6rpern, doch ist besonders der wei\u00dfe Balkon an eine prominente Stelle im Raum gesetzt und direkt beim Betreten der Halle sichtbar, sodass er zu einem den Saal dominierenden Objekt wird. Die Kassenhalle hat zwar, wie die beiden Beispiele, eine Tendenz zur Ebene und zu weiten, offenen R\u00e4umen, doch sind beim Aufstieg in die oberen Geschosse Gegentendenzen sp\u00fcrbar. Denn zu den drei Stockwerken des Neubaus \u2013 Erdgeschoss und die beiden Galerien \u2013 kommen noch drei Ebenen hinzu: eine nach unten zum Tresorraum und zwei Zwischengeschosse, die in die verbliebenen R\u00e4ume des Altbaus f\u00fchren (Abb. 8). Der naheliegende Bezug zu Adolf Loos\u2018 Konzept des vielschichtigen Raumplans ist offensichtlich. Das Spiel mit Ebenen und Zwischenebenen im Sinne eines \u201eoffenen Plans\u201c dr\u00e4ngt ebenso einen Vergleich mit \u00f6ffentlichen Bauten der 1960er und 1970er Jahre auf, so zum Beispiel Hans Scharouns Staatsbibliothek zu Berlin.<\/p>\n<div id=\"attachment_2579\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2579\" class=\"size-medium wp-image-2579\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_8-300x228.jpg\" alt=\"Abb. 8: Zweites Zwischengeschoss, Blick Richtung Kassenhalle.\" width=\"300\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_8-300x228.jpg 300w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_8-768x583.jpg 768w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Abb_8.jpg 944w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2579\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 8: Zweites Zwischengeschoss, Blick Richtung Kassenhalle.<\/p><\/div>\n<p>Zusammenfassend gesagt besteht die Floridsdorfer Bankfiliale erstens aus der Altbausubstanz, deren Sp\u00e4thistorismus sich der klassischen Architektur nach Vitruv verpflichtet f\u00fchlt, zweitens aus der Neubausubstanz, die sich die Modernisierung der Bank auf den neuesten Stand der Technik und gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Kundenzufriedenheit als Ziel setzt, und drittens aus der \u201awiederbelebten\u2018 klassischen Moderne, die die Innengestaltung der Bank \u00fcbernimmt und f\u00fcr klare Formen und schmucklose\u00a0\u00c4sthetik steht. Es scheint fast, als ob zur \u00dcberbr\u00fcckung der gro\u00dfen zeitlichen Distanz von 1890 zu 1970 die Mitte zwischen beiden, 1930, herangezogen wurde. Die Innenausstattung ist zwar nur ein \u201eModernizismus\u201c, also dem Altbau in der Wiederbelebung von Vergangenem durchaus verbunden, aber dieser moderne Historismus ist durchaus als Polemik zu verstehen \u2013 obwohl man andererseits auch argumentieren kann, dass sich der Neubau genau wie der Historismus die Formen vergangener Zeiten nur zum Ausgangspunkt nimmt und sie den aktuellen Verh\u00e4ltnissen anpasst. So wie dieser \u201eModernizismus\u201c als Kritik am Historismus aufgefasst werden kann, kann er in gleicher Weise als ernst gemeinter Versuch der Wiederbelebung vergangener Ideen gelten. Eine aktive Auseinandersetzung mit dem Altbau ist es in beiden F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Diese drei Zeitebenen treffen nun in dem Geb\u00e4ude zusammen, die Symbiose hat demnach eigentlich drei Mitglieder. Doch muss mit der Metapher einer harmonischen Symbiose der Bautraditionen vorsichtig umgegangen werden, besteht doch zwischen 1890 und 1930 ein extremer Gegensatz. Sie kommen sich zwar nicht in die Quere, sind sozusagen auf Abstand gehalten und k\u00f6nnen nicht gleichzeitig betrachtet werden, beziehen sich jedoch als ihr gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliches Gegenteil aufeinander, man m\u00f6chte sagen sie beschuldigen sich gegenseitig, die schlechte Architektur zu verk\u00f6rpern. Durch diese Wahl in der Innenausstattung suchten die Architekten den gr\u00f6\u00dften Kontrast und das gr\u00f6\u00dfte Konfliktpotenzial \u2013 pointiert formuliert stellten sie der klassischen Architektur nach Vitruv die klassische Moderne nach\u00a0Le\u00a0Corbusier und Mies\u00a0van\u00a0der Rohe entgegen und lie\u00dfen dann beide Bautraditionen in ewigem Konflikt stehen.<\/p>\n<p><strong>V<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAuch heute, nach drei\u00dfig Jahren, hat sich die Brauchbarkeit der Sparkasse [\u2026] bew\u00e4hrt.\u201c<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a>\u00a0\u00a0So schreibt r\u00fcckblickend Friedrich Kurrent \u00fcber die mit Johannes Spalt entworfene Bankfiliale. Friedrich Achleitner fasst ein \u00e4hnlich positives Urteil \u00fcber dieses Geb\u00e4ude und seinen Kassensaal: \u201eDer Raum wirkt nach 35 Jahren \u00e4sthetisch unverbraucht und wie neu. Man kann diese Kassenhalle, in Erinnerung an Otto Wagners Postsparkasse, als den bedeutendsten Innenraum Floridsdorfs bezeichnen.\u201c<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a>\u00a0Tats\u00e4chlich wurde an der Grundsubstanz des Neubaus relativ wenig ver\u00e4ndert, was auf eine gute und vor allem brauchbare Raumgestaltung schlie\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>In den 1970er Jahren war das Thema \u201eBauen im Bestand\u201c unterrepr\u00e4sentiert, Gedanken \u00fcber den Miteinbezug von Altbauten wurden nur vereinzelt gefasst, in j\u00fcngster Zeit jedoch wird dieses Thema immer wichtiger.<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a>\u00a0Aktuelle Debatten in \u00d6sterreich, wie zum Beispiel die Leerstandskonferenz, gehen auf Symptome der Baut\u00e4tigkeit ein, bei der der Umgang mit Altbestand immer virulenter wird. Wie im Zuge eines Bauens im Bestand bestehende Qualit\u00e4ten genutzt, sogar erweitert werden k\u00f6nnen, wie eine \u201einterpretative Bearbeitung\u201c oder \u201eauthentische Hinzuf\u00fcgung des Eigenen\u201c m\u00f6glich ist, ist die entscheidende Frage. Der Neubau der Bankfiliale in Floridsdorf erscheint r\u00fcckblickend als eine Pionierleistung auf diesem Gebiet und l\u00e4sst sich vor allem f\u00fcr Wien als fr\u00fche und umfassende Musterl\u00f6sung bezeichnen. F\u00fcr jeden Neubau, der mit einem historischen Umfeld oder Vorg\u00e4nger konfrontiert wird, kann man die M\u00f6glichkeiten der Neuinterpretation bei gleichzeitiger Erhaltung der bestehenden Bausubstanz sowie einer allgemeinen Modernisierung des Geb\u00e4udes an dieser Bankfiliale exemplarisch gel\u00f6st vorfinden.<\/p>\n<div style=\"font-size: 0.8em;\">\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a>\u00a0Arthur Mandler, Umnutzung alter Bausubstanz als architektonische Aufgabe, in: W\u00fcstenrot Stiftung Ludwigsburg (Hg.), Umnutzungen im Bestand. Neue Zwecke f\u00fcr alte Geb\u00e4ude, Stuttgart\/Z\u00fcrich 2000, S. 130\u2013135, 131.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a>\u00a0Mandler 2000, S. 131.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a>\u00a0Mandler 2000, S. 132.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a>\u00a0Mandler 2000, S. 133.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a>\u00a0Vgl. Friedrich Achleitner, \u00d6sterreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Band 3. Teil 2, Salzburg 1995, S. 242.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a>\u00a0Zu den Biografien vgl. Architekturzentrum Wien (Hg.), Arbeitsgruppe 4. Wilhelm Holzbauer, Friedrich Kurrent, Johannes Spalt. 1950-1970, Salzburg 2010, S. 242\u2013245.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a>\u00a0Sonja Pisarik, Im Vordergrund das Bauen. Zur Werkgeschichte der arbeitsgruppe 4. Teil 2, Salzburg 2010, in: Architekturzentrum Wien 2010, S. 134, 137.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a>\u00a0Vgl. Friedrich Kurrent\/Johannes Spalt, Neu- und Umbau der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien Floridsdorf \u2013 Am Spitz, in: der aufbau (Baureport), H 4\u20135, 1975, S. II\u2013IV, II; Friedrich Kurrent, Arbeiten aus den letzten Jahren, in: bauforum, H. 85, 1981, S. 7\u201332, 7; Johannes Spalt, Johannes Spalt, Wien\/K\u00f6ln\/Weimar 1993, S. 52; Kurrent 2001, S. 107.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a>\u00a0Spalt 1993, S. 52.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a>\u00a0Vgl. Kurrent 2001, S. 107.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a>\u00a0Friedrich Kurrent\/Johannes Spalt: Neu- und Umbau der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien Floridsdorf \u2013 Am Spitz, in: der aufbau (Baureport), H 4\u20135, 1975, S. II\u2013IV, II.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a>\u00a0Spalt 1993, S. 54.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a>\u00a0Vgl. Vorwort zu\u00a0Henry-Russell Hitchcock\/Philip Johnson, Der Internationale Stil. dt. von Wolfgang Pohl, Braunschweig 1985 (zuerst englisch: The International Style: Architecture Since 1922, New York 1932), S. 15\u201319.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a>\u00a0Hitchcock\/Johnson 1985, S. 42.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a>\u00a0Hitchcock\/Johnson 1985, S. 59\u201360.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a>\u00a0Hitchcock\/Johnson 1985, S. 51.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a>\u00a0Kurrent 2001, S.107.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a>\u00a0Achleitner 1995, S. 243.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a>\u00a0Vgl. Wolfgang Kemp, Architektur analysieren. Eine Einf\u00fchrung in acht Kapiteln, M\u00fcnchen 2009, S. 401.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr Neubauten in der Stadt ist deren Einf\u00fcgung in die historische Umgebung. Arthur Mandler schreibt dazu in seinem Aufsatz \u201eUmnutzung alter Bausubstanz als architektonische Aufgabe\u201c: \u201eDie Bandbreite des Umgangs [mit historischer Bausubstanz] reicht von weitgehendem &hellip; <a href=\"https:\/\/allover-magazin.com\/?p=2511\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":61,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[120,14],"tags":[58,128],"class_list":["post-2511","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ausgabe-11","category-essays","tag-architektur","tag-bauen-im-bestand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/61"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2511"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2511\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2580,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2511\/revisions\/2580"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}