{"id":2181,"date":"2015-10-26T16:00:49","date_gmt":"2015-10-26T14:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/allover-magazin.com\/?p=2181"},"modified":"2015-12-10T12:13:17","modified_gmt":"2015-12-10T10:13:17","slug":"all-caps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allover-magazin.com\/?p=2181","title":{"rendered":"ALL CAPS"},"content":{"rendered":"<p>Das Brooklyn Museum zeigte vom 3. April bis zum 23. August acht Notebooks von Jean-Michel Basquiat. Die Ausstellung lenkt den Blick damit auf eine bisher kaum erforschte Werkgruppe des 1988 verstorbenen K\u00fcnstlers, deren vollst\u00e4ndiges Ausma\u00df nach wie vor ungekl\u00e4rt bleibt. Sie versteht sich aber nicht nur als Startpunkt einer zuk\u00fcnftigen Auseinandersetzung, sondern gleichsam als Neuperspektivierung der medialen Bedingungen des Gesamtwerks.<\/p>\n<p>Die aus dem schwarz-wei\u00df gemusterten Umschlag der Composition-Books herausgetrennten Seiten finden sich aufgereiht in Glasvitrinen oder voneinander durch Rahmungen separiert an der Wand h\u00e4ngend. Vor dem Eingang des einzigen Ausstellungsraums ist an prominenter Stelle die Mitgliedskarte des Brooklyn Museums des sechsj\u00e4hrigen Jean-Michel platziert, die unmissverst\u00e4ndlich die Verbindung von Ort und K\u00fcnstler, Institution und Werk offenlegt. Au\u00dfer diesem historischen Dokument verzichtet die Ausstellung auf eine emotionalisierende Darstellung Basquiats, was gerade in Hinsicht auf die ohnehin gegebene Intimit\u00e4t des pr\u00e4sentierten Mediums folgerichtig erscheint. Die ca. 24x19cm gro\u00dfen, linierten, wei\u00dfen Bl\u00e4tter werden in Dialog mit gro\u00dfformatigen Gem\u00e4lden, zwei bemalten Holzplatten und einem mehrseitig bemalten Holzw\u00fcrfel gesetzt. Eine Kontextualisierung, deren Sinn nicht in der Bestimmung der Notebooks als Skizzen oder Vorstudien liegt, sondern die vielmehr auf Basquiats Umgang mit medienspezifischen Eigenschaften von Bildtr\u00e4gern und der damit einhergehenden Aufl\u00f6sung von Grenzziehungen zwischen den Medien hinweist. Auch der Umgang mit Text, Schrift und ihrer grafischen Gestaltung, die von Anfang an im Mittelpunkt von Basquiats Schaffen steht und nicht nur dessen Ursprung markiert, wird durch das Ausstellungskonzept neu lesbar.<\/p>\n<p>Die Verwandtschaft zum malerischen Werk ist an einigen Stellen evident. Die \u00dcbernahme von Schriftz\u00fcgen, einzelnen W\u00f6rtern oder Figuren ist wohl leicht nachvollziehbar und kaum \u00fcberraschend. An Beat-Literatur angelehnte Gedichte, auf verschiedenste Weise durchgestrichene S\u00e4tze, das in drei horizontale Striche zerlegte E und das als Label und Signatur fingierende SAMO\u00a9, dessen Auftauchen in New York ab den sp\u00e4ten 70er-Jahren von Henry Flynt photographisch dokumentiert wurde,<a id=\"_ednref1\" title=\"\" href=\"#_edn1\">[1]<\/a> sind nur einige Elemente, die zu einer spontanen Vertrautheit mit den Notebooks f\u00fchren. Die \u00c4hnlichkeiten sollten jedoch keineswegs zu einer schablonenartigen Betrachtung verf\u00fchren. Wie ich im Folgenden zeigen werde, wohnt den Unterschieden das deutlich gr\u00f6\u00dfere Potenzial inne. Sie lassen nicht nur R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Funktion der Notebooks selbst, sondern auch auf das Gesamtwerk zu.<\/p>\n<p>\u201eDer Wand-K\u00fcnstler respektiert die Wand wie er den Rahmen seiner Staffelei respektiert[,]\u201d<a id=\"_ednref2\" title=\"\" href=\"#_edn2\">[2]<\/a> schreibt Jean Baudrillard in <em>Kool Killer<\/em> und obwohl Basquiats fr\u00fche Graffiti-Arbeiten aus \u00e4sthetischer Perspektive nur wenig mit dem zu tun haben, was sp\u00e4testens 1983 durch Charlie Ahearns Film <em>Wild Style<\/em> einer breiten \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wurde, scheint die Frage nach der Materialit\u00e4t und Medialit\u00e4t zentral f\u00fcr die Positionierung der Notebooks zu sein. Auch wenn Dieter Burchhart im Ausstellungskatalog in Referenz auf Joseph Beuys und Leonardo Da Vinci die Autonomie des Notiz- oder Skizzenbuchs proklamiert, zeigt die Auswahl der Werke, dass das neue Material keineswegs vom Himmel gefallen ist. Der Nachweis k\u00fcnstlerischer Filiation zwischen Basquiat und Leonardo ger\u00e4t genau da ins Wanken, wo die Eigenarten der Medien unterschlagen werden. Um die Autonomie der Notebooks zu unterstreichen, werden auf kunsthistorisch g\u00e4ngige Weise zwei Bilder nebeneinandergestellt, deren Affinit\u00e4t veranschaulicht werden soll. Der verfolgte Effekt stellt sich auch ein, allerdings vergleicht Burchhart eine Notizbuchseite Leonardos mit einem Gem\u00e4lde Basquiats. Die Nichtbeachtung von Format und Material verstellt den Blick auf die Notebooks, die ihren Autonomiestatus eben nicht durch Bezugnahmen auf eine eurozentrische Kunstgeschichte erhalten. Erst das Betrachten ihrer formal\u00e4sthetischen Eigenschaften und der Vergleich mit dem malerischen Werk lassen erkennen, wieso ihnen besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden sollte.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist auff\u00e4llig, dass Basquiat nur in den wenigsten F\u00e4llen die Versoseite verwendet. Bis auf vier Ausnahmen beschriftet er ausschlie\u00dflich die Rectoseite, was die H\u00e4ngung im Brooklyn Museum plausibel macht. Wie ein Graffiti kennen auch Basquiats Notebookseiten keine R\u00fcckseite. Erstaunlich ist dar\u00fcber hinaus die Wahl von linierten Bl\u00e4ttern, die sich in den klassischen Schulheften finden. Die Linien werden von Basquiat respektiert, weder \u00fcbertritt er die rote Korrekturlinie, noch die einzelnen Zeilen.<a id=\"_ednref3\" title=\"\" href=\"#_edn3\">[3]<\/a> Nur drei der rund 200 Seiten sind im Querformat gestaltet und anders als in den ausgestellten Gem\u00e4lden, zum Beispiel <em>Untitled<\/em> von 1986, werden Text und Zeichnung \u00fcberwiegend getrennt.<a id=\"_ednref4\" title=\"\" href=\"#_edn4\">[4]<\/a> Dabei handelt es sich um den wohl evidentesten Unterschied zu dem bisher bekannten Basquiat, der kontinuierlich Text und Bild ineinanderflie\u00dfen l\u00e4sst, Textbl\u00f6cke kombiniert, mit Symbolen versieht und in Beziehung zu gemalten Elementen setzt, beziehungsweise die klare Trennlinie zwischen Gemaltem und Geschriebenem aufl\u00f6st. Die Handschrift ist keinen allzu gro\u00dfen \u00c4nderungen unterworfen. Basquiat schreibt in Gro\u00df- bzw. Blockbuchstaben, ALL CAPS, und wenn er von der auch in seinen Gem\u00e4lden angewandten Schrifttype, die er sein gesamtes Werk \u00fcber beibeh\u00e4lt, abweicht, dann offensichtlich nur, um Telefonnummern, Daten, Uhrzeiten oder Einkaufszettel zu notieren.<a id=\"_ednref5\" title=\"\" href=\"#_edn5\">[5]<\/a> Die Farbpalette ist \u00e4u\u00dferst beschr\u00e4nkt, neben schwarzem und blauem Kugelschreiber werden kaum andere Farben verwendet. In diesem strengen und auf wenige Ausdrucksm\u00f6glichkeiten beschr\u00e4nkten System wirkt der Fu\u00dfabdruck auf Blatt 89 mehr als ein Unfall denn als k\u00fcnstlerisch beabsichtigtes Gestaltungsmittel. Die acht ausgestellten Notebooks, die einen Gro\u00dfteil von Basquiats Schaffen in den 80er-Jahren umfassen, zeugen von gro\u00dfer formaler Strenge und lassen sich im Kontext des Werks eben nicht als Hefte f\u00fcr Vorstudien lesen. Worin aber liegt das Wesen der Notebooks, wenn sie nicht zur Generierung neuer Schrifttypen, der Elaborierung eines bestimmten Sujets oder dem Austarieren einer Bildkomposition dienen?<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Tanz an der Leinwand, der immer wieder in Tamra Davis\u2019 Dokumentarfilm <em>The Radiant Child<\/em> (2010) gezeigt wird, und der Versenkung in das Liniensystem der Schulhefte, auf deren Titelblattr\u00fcckseite stets Tabellen f\u00fcr Noten und Leistungsnachweise gedruckt sind, l\u00e4sst sich schlichtweg nicht auf dasjenige von Studie und Ausf\u00fchrung reduzieren. Auch die Isolierung der Werkgruppen w\u00e4re unterkomplex und w\u00fcrde Basquiats Handschrift nicht erschlie\u00dfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2252\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/allover-magazin.com\/?attachment_id=2252\" rel=\"attachment wp-att-2252\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2252\" class=\"size-large wp-image-2252\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/abb1_basquiat_untitled1986-1024x699.jpg\" alt=\"Abb. 1: Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1986, Acryl, Collage und Oilstick auf Papier auf Leinwand, 239x346,5cm, Collection of Larry Warsh.\" width=\"640\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/abb1_basquiat_untitled1986-1024x699.jpg 1024w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/abb1_basquiat_untitled1986-300x205.jpg 300w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/abb1_basquiat_untitled1986.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2252\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1986, Acryl, Collage und Oilstick auf Papier auf Leinwand, 239&#215;346,5cm, Collection of Larry Warsh.<\/p><\/div>\n<p>\u201eJust remember, ALL CAPS when you spell the man name\u201d<a id=\"_ednref6\" title=\"\" href=\"#_edn6\">[6]<\/a> \u2013 die Konstante, die Leinwand, Mauer und Papier zusammenh\u00e4lt, sind die Gro\u00dfbuchstaben. Sie sind zugleich leicht identifizierbare Handschrift und merkw\u00fcrdig entpersonalisiert, mechanisch. Sie sind der st\u00e4ndige Hinweis auf Basquiats k\u00fcnstlerische Wurzeln in der Graffitiszene. Sie sind expressiv und monoton, undifferenziert und von grafischer Qualit\u00e4t, allgemein und intim, f\u00fcr BetrachterInnen und das Selbst.<\/p>\n<p>Die im Dispositiv des Mediums angelegte Intimit\u00e4t des Notebooks bringt Basquiat zu einer reduzierten Expressivit\u00e4t. Das Schulheft bildet einen Antipol zum \u00fcblichen Arbeitssetting, in dem Basquiat zu Ravel und Bebop tanzend, die Zigarette im Mundwinkel, mit schnellen und ausholenden Gesten die Quadratmeter der Leinwand f\u00fcllt und f\u00fcllt. Dem <em>horror vacui<\/em> schw\u00f6rt er in den Notebooks keineswegs ab, er erzeugt die dichten Strukturen jedoch auf medial abgestimmte Weise. Nicht die einzelne Seite wird gef\u00fcllt, sondern Seite um Seite. Der Eindruck, der sich ad hoc beim Betrachten der Gem\u00e4lde einstellt, wird in den Notebooks verzeitlicht. Die Konfrontation mit einer \u00fcberfordernden Masse von Bild- und Textelementen stellt sich erst mit Blick auf die vielen aufeinanderfolgenden Bl\u00e4tter ein. Der Reiz von Basquiats Vorstellung eines Daumenkinos liegt in der materialsemantischen und medienspezifischen Ausrichtung, die vor allem im Kontext des Gesamtwerks zu Neuperspektivierungen f\u00fchrt.<\/p>\n<div id=\"attachment_2253\" style=\"width: 238px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/allover-magazin.com\/?attachment_id=2253\" rel=\"attachment wp-att-2253\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2253\" class=\"size-medium wp-image-2253\" src=\"http:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/abb2_basquiat_notebook_scratch-228x300.jpg\" alt=\"Abb. 2: Jean-Michel Basquiat, Untitled Notebook 1, Tinte auf liniertem Papier, 24,4x19,4cm, Collection of Larry Warsh.\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/abb2_basquiat_notebook_scratch-228x300.jpg 228w, https:\/\/allover-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/abb2_basquiat_notebook_scratch-778x1024.jpg 778w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2253\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Jean-Michel Basquiat, Untitled Notebook 1, Tinte auf liniertem Papier, 24,4&#215;19,4cm, Collection of Larry Warsh.<\/p><\/div>\n<p>Befragt man die Notebooks nach ihrem Status innerhalb dieses Werks, ist es unausweichlich, es auf Diskontinuit\u00e4ten sowie durchgehende Str\u00e4nge zu untersuchen. Einige davon wurden bereits angerissen: Die Gro\u00dfbuchstaben und die Texte selbst finden sich in beiden Medien, w\u00e4hrend die Einhaltung des linierten Ordnungssystems und die fast durchgehende Trennung von Text und Bild aus Sicht der Malerei Basquiats als untypisch bezeichnet werden muss. Gem\u00e4lde wie Untitled (1986) (Abb.1) orientieren sich auf kompositorischer Ebene mehr an dem, was man heute als mindmap bezeichnet oder fr\u00fcher in den Notizen Leonardos findet. Das \u00dcberschreiten oder gezielte Nicht-Einhalten von Grenzen beschr\u00e4nkt sich jedoch nicht auf die Bildfl\u00e4che, auch in Hinsicht auf die Wahl des Materials spielt dies eine Rolle. Basquiat, die Bildmaschine, die von ihrem Bewunderer Andy Warhol aufgrund ihrer Schnelligkeit beneidet wurde, machte vor nichts halt. Ob die Mauern, H\u00e4user und T\u00fcren in Manhattan, den Holzw\u00fcrfel oder einen K\u00fchlschrank, alles bemalte er. Kein Format, an dem er sich nicht ausprobiert h\u00e4tte. Von den Postkarten, die der bald tote Warhol als eine Art erste Liebespost erwarb, den gro\u00dfformatigen Leinw\u00e4nden oder den Notebooks.<a id=\"_ednref7\" title=\"\" href=\"#_edn7\">[7]<\/a> Die Bildmaschine, die nicht davor scheute Jazzmusiker, Popstars, Comicfiguren, Renaissancemaler, franz\u00f6sische Filmregisseure und das Copyrightsymbol auf einem Bild zusammenkommen zu lassen, f\u00fchlte sich ausgerechnet in dem Medium, dessen Funktion explizit darin liegt das unfertige Werk, den noch genauer zu fassenden Gedanken oder die eine oder andere Schnapsidee in sich aufzunehmen, der Linie verpflichtet, trennte Text und Bild und \u00fcberlie\u00df das Rausrei\u00dfen der Seiten den Kuratoren. Zumindest teilweise lie\u00dfe sich hinzuf\u00fcgen \u2013 dass das Verh\u00e4ltnis von Notebooks und Malerei f\u00fcr Basquiat selbst ein Experimentierfeld darstellte, l\u00e4sst sich an einer Collage von 1982\/83 ablesen: Einzelne DINA4-Bl\u00e4tter werden fl\u00e4chendeckend auf die Leinwand aufgeklebt und dienen anschlie\u00dfend als eine Art Hintergrund f\u00fcr Gebilde aus \u00d6lkreide, mit denen sie \u00fcbermalt werden. Basquiat stellt so nicht nur die Dichotomie von Vorder- und Hintergrund zur Disposition, er nutzt die Leinwand als Ort eines Mediensammelsuriums, als Labor, in dem Medienspezifik und ihre Grenzen ausgelotet werden. Die Leinwand erf\u00fcllt so eine Funktion, die von den pr\u00e4sentierten Notebooks nicht \u00fcbernommen wird. Das in der Ausstellung erm\u00f6glichte vergleichende Sehen bildet die Grundlage f\u00fcr das Entdecken und Entziffern der Notebooks.<\/p>\n<p>Die Ausstellung im Brooklyn Museum demonstrierte auf eindrucksvolle Weise die Komplexit\u00e4t eines Werks, das sich finalen Zuschreibungen und Deutungen verschlie\u00dft und Diskontinuit\u00e4ten aufweist, die nicht als Mangel an k\u00fcnstlerischer Koh\u00e4renz gedeutet werden k\u00f6nnen. Das Potenzial von Basquiats Werk liegt in genau diesen Bruchlinien, die man nicht zusammenflicken, sondern zu ihrem Recht kommen lassen sollte.<\/p>\n<div style=\"font-size: 0.8em;\">\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<p><a id=\"_edn1\" title=\"\" href=\"#_ednref1\">[1]<\/a> Henry A. Flynt Jr., VIEWING SAMO\u00a9, 1978 \u2013 1979. URL: www.henryflynt.org\/overviews\/samo.htm<\/p>\n<p><a id=\"_edn2\" title=\"\" href=\"#_ednref2\">[2]<\/a> Jean Baudrillard (Hg.), Kool Killer oder Der Aufstand der Zeichen, Berlin 1978, S. 34.<\/p>\n<p><a id=\"_edn3\" title=\"\" href=\"#_ednref3\">[3]<\/a> Die Ausnahmen \u2013 wie etwa Blatt 91 \u2013 best\u00e4tigen die Regel und den Gesamteindruck.<\/p>\n<p><a id=\"_edn4\" title=\"\" href=\"#_ednref4\">[4]<\/a> Kombiniert werden sie beispielsweise in einer auf dem Blatt selbst als Vorstudie bezeichneten Skizze zu den <i>Famous Negro Atheletes<\/i>, deren Leinwandausf\u00fchrung ebenfalls in der Ausstellung gezeigt wurde.<\/p>\n<p><a id=\"_edn5\" title=\"\" href=\"#_ednref5\">[5]<\/a> Vgl. Blatt 40 \u2013 43, bezeichnenderweise die letzten Seiten des ersten Heftes.<\/p>\n<p><a id=\"_edn6\" title=\"\" href=\"#_ednref6\">[6]<\/a> MF DOOM &amp; Madlib are Madvillain, <i>All Caps<\/i>, <i>Madvillainy<\/i> 2003.<\/p>\n<p><a id=\"_edn7\" title=\"\" href=\"#_ednref7\">[7]<\/a> Umso bereichernder ist Basquiats Ter Borch-Bezug in Szene gesetzt. Das Gem\u00e4lde vereint die Zusammenf\u00fchrung von Text und Bild, wirft Fragen nach den Zitier- und Bezugsm\u00f6glichkeiten der zeitgen\u00f6ssischen Kunst auf und legt F\u00e4hrten zur Relation von imagin\u00e4ren Bild und historisch-kulturell bedingtem Bildged\u00e4chtnis \u2013 kurzum: Basquiats Werk <i>in a nut shell<\/i>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Brooklyn Museum zeigte vom 3. April bis zum 23. August acht Notebooks von Jean-Michel Basquiat. 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