{"id":2024,"date":"2015-04-21T12:21:02","date_gmt":"2015-04-21T10:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/allover-magazin.com\/?p=2024"},"modified":"2015-05-12T19:30:20","modified_gmt":"2015-05-12T17:30:20","slug":"alles-schwarz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allover-magazin.com\/?p=2024","title":{"rendered":"ALLES SCHWARZ"},"content":{"rendered":"<p>Aus Gespr\u00e4chen mit Judith Cu\u00e9nod, Nora Locher, Fritz R\u00f6sli<br \/>\nAufgef\u00fchrt in der Ausstellung <i>Vanishing Point<\/i>, Ausstellungsraum Klingental, Basel, September 2014<br \/>\nPerformerInnen: Ana Casta\u00f1o Almendral, Anna Christen, Lucien Haug<\/p>\n<p>F\u00fcr ALLES SCHWARZ f\u00fchrten Ariane Koch und Sarina Scheidegger\u00a0mit PerformerInnen, die im Rahmen vorangegangener Performances f\u00fcr das K\u00fcnstlerinnenduo gearbeitet hatten, Gespr\u00e4che \u00fcber das Lohn- und Arbeitsverh\u00e4ltnis. Daraus entstand ein dialogisches St\u00fcck, welches in\u00a0einer Edition von f\u00fcnf Auff\u00fchrungen zum Verkauf stand und jeweils von drei PerformerInnen aufgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<p>ALLE: Eine Edition von 5 Auff\u00fchrungen<\/p>\n<p>Preis: 20 Franken<\/p>\n<p>Davon gehen \u2013 nach Arbeitsstunden aufgeteilt \u2013 an die Interviewten je 30 Rappen, an die Performer und Performerinnen je 1 Franken und 50 Rappen, an den Ausstellungsraum Klingental 4 Franken und an die K\u00fcnstlerinnen je 5 Franken.<\/p>\n<p>Der pauschale Subventionsbeitrag vom Ausstellungsraum Klingental in der H\u00f6he von 300 Franken wird unter allen 8 an der Performance Beteiligten gleicherma\u00dfen aufgeteilt, das hei\u00dft 37 Franken und 50 Rappen pro Person.<\/p>\n<p>A2: F\u00fcr wie viel wollt ihr jetzt diese Performance verkaufen, f\u00fcr f\u00fcnf Stutz? Zwanzig. Aha, zwanzig. Ich meine, das tut Leuten schon weh, zum Teil, das finde ich geil. Also man kann es auch teilen, man kann auch zusammenlegen. Ich w\u00fcrde es jetzt vielleicht mit jemandem zusammen kaufen. Aber trotzdem, man \u00fcberlegt es sich zweimal.<\/p>\n<p>A: Ich denke auch immer noch an diesen Preisen rum. Werkpreis, Projektpreis, Beitrag.<\/p>\n<p>A2: Wenn man Performances einfach so schauen kann, dann ist es schei\u00dfegal, wenn man nach f\u00fcnf Minuten wieder rausgehen muss, weil man es so schlimm findet. Also, was ist, wenn ich das jetzt kaufen muss? Kaufe ich mir das? Ist es teuer, ist es nicht teuer? Stimmt der Wert, den ich daf\u00fcr bezahlt habe?<\/p>\n<p>A: Es ist \u00fcberhaupt schlimm, was das Geld macht mit dem Menschen. Mit allem.<\/p>\n<p>L: Aber es ist schon erschreckend, also das muss ich jetzt noch sagen, dass ich nur drei\u00dfig Rappen bekomme f\u00fcr das hier.<\/p>\n<p>A2: Es ist krass, wir bekommen so viel mehr. Wir sind zu zweit, wir haben uns doppelt berechnet. M\u00fcssen wir uns doppelt?<\/p>\n<p>A: Ja, weil jeder von uns ist auch 15 Stunden dran. Wir sind voll die Zocker mit unseren f\u00fcnf Franken.<\/p>\n<p>A2: Ja, dann denken alle, wir arbeiten immer so und zocken alle ab.<\/p>\n<p>L: Bei euch wei\u00df ich, ihr gebt mir, was ihr k\u00f6nnt und habt. Ich wei\u00df, dass ihr jetzt fair zahlt, dieses Vertrauen habe ich, aber wenn ich w\u00fcsste, dass ihr beide sehr viel verdienen w\u00fcrdet und ich w\u00fcrde immer noch gleich wenig verdienen, w\u00e4re ich misstrauisch.<\/p>\n<p>A: Es sind erst 40 Minuten. Stimmt, du musst noch 20 Minuten sprechen f\u00fcr deine 30 Rappen. Wir haben eine Stunde Interview gerechnet.<\/p>\n<p>A2: Jetzt kannst du hoffen, dass es f\u00fcnf Mal aufgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>A: Du k\u00f6nntest auch voll hart sein und sagen, ja ihr habt alle gesagt, ihr macht mit, auch ohne Preis und ich nehme jetzt den Preis.<\/p>\n<p>A: Du w\u00fcrdest schauen, dass du genug bekommst.<\/p>\n<p>A2: Ja. <i>Gel\u00e4chter.<\/i><\/p>\n<p>A2: Du bist aber auch braun.<\/p>\n<p>L: Findest du? Von diesen zwei Minuten da drau\u00dfen?<\/p>\n<p>A: Fritz hat mich letzte Woche gefragt, ob ich mich wei\u00df geschminkt habe.<\/p>\n<p>L: Wei\u00df geschminkt?<\/p>\n<p>A: Sonst bin ich immer rot.<\/p>\n<p>A2: Schneewittchen. So adlig bist du.<\/p>\n<p>A:Ich habe am Anfang auch mitgemacht ohne bezahlt zu werden.<\/p>\n<p>L: Es gibt ja immer jemand, der es gratis macht, das l\u00e4sst den Wert zusammenbrechen.<\/p>\n<p>A2: Also, ich habe nie gedacht, ah ich mache jetzt da mit, da gibt es noch ein bisschen Geld. Nicht, dass ich es nicht brauchen k\u00f6nnte aber ich habe das Gef\u00fchl, es ist keine Lohnarbeit, die ich leiste.<\/p>\n<p>A: Und wie siehst du unsere Rolle dann, wenn nicht als Arbeitgeberinnen? Was f\u00fcr ein Arbeitsverh\u00e4ltnis? Ist es \u00fcberhaupt ein Arbeitsverh\u00e4ltnis? Was f\u00fcr ein Verh\u00e4ltnis \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>L: Es ist AD\u2019s! Was? AD\u2019s. Was ist das? Art Directors! Aha. <i>Gel\u00e4chter.<\/i><\/p>\n<p>A2: Wir zwei oder du zu uns?<\/p>\n<p>L: Ihr seid Freunde!<\/p>\n<p>A: Ich habe auch Angst davor, dass sich das Verh\u00e4ltnis stark ver\u00e4ndert und ich will eigentlich keine Arbeitgeberin sein, so prim\u00e4r. F\u00fcr mich z\u00e4hlt dann schon das Kollektive, diese Zusammenarbeit. Aber wir m\u00fcssen auch immer wieder ehrlich sein zu unserem Projekt. Es ist halt so, wir geben etwas vor und wir wollen etwas von den Leuten, f\u00fcr unsere Idee.<\/p>\n<p>L: Ich bin in dieser Gewerkschaft, SBVK, die schreiben immer wieder Mails, ich hatte ein Angebot, Media Markt Werbung, es gibt Richtlinien, und dann zweitausendf\u00fcnfhundert Franken, aber Media Markt hat unendlich Geld, aber dann schickt SBVK Warnungen herum, ihr d\u00fcrft das nicht machen, Achtung, wenn sie immer jemanden finden, der es macht, geht es nicht, es sind die Richtlinien, es versaut den Markt.<\/p>\n<p>A2: Aber ich muss auch sagen, ich glaube es br\u00e4uchte noch mehr, damit es bei mir was ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Also noch mehr Geld? Noch mehr Geld, ja.<\/p>\n<p>A: \u201eAh, wir haben noch f\u00fcnfzig Franken aufgetrieben\u201c, das ist herzig und ich freue mich dann, aber es spielt \u00fcberhaupt keine Rolle.<\/p>\n<p>L: Ich will hundert mehr und ich hab nur die Antwort bekommen \u201eWarum?\u201c. Ich dachte, Freunde, der gibt mir eh hundert mehr und dann habe ich den Vertrag bekommen ohne die hundert mehr.<\/p>\n<p>A: Nach Stundenlohn. Dann gibt es einen Drei\u00dfiger oder F\u00fcnfziger auf die Stunde. Ein F\u00fcnfziger! Ich w\u00fcrde mich dann ernsthaft fragen was denn genau die Leistung ist, die ich erbringe und \u2013 ist die wirklich gut?<\/p>\n<p>L: F\u00fcr mich selber ist es immer noch befreiend mich in diese Schublade \u201eLaienschauspieler\u201c zu stecken.<\/p>\n<p>A: Wenn wir jetzt nicht Freunde w\u00e4ren, w\u00fcrdest du das nicht unbedingt machen, au\u00dfer wir w\u00e4ren so junge, tolle Regisseure, wo man viel davon geh\u00f6rt hat.<\/p>\n<p>A2: Wenn wir mal ehrlich sind, nat\u00fcrlich ist es so, dass wenn Freunde was machen, das Erfolg hat, m\u00f6chte man Teil davon sein. Da gibt es viele Bespiele von Freunden, wo ein Freund ber\u00fchmt geworden ist und pl\u00f6tzlich wurde der andere nicht mehr gefragt, obwohl er ihn immer gefragt hat, als er noch kein Geld hatte, das sind gro\u00dfe Dramen.<\/p>\n<p>A: \u201eEs sind eben keine Freunde, Judith!\u201c Gerade was Verhandlungen angeht. \u201eHei, geht nicht hundert mehr?\u201c \u00c4h, aha.<\/p>\n<p>A2: Ich habe gewisse Freundschaften aus beruflichen Hintergedanken, wenn ich ehrlich bin. Nicht so bewusst, aber ich treffe gewisse Leute \u00f6fters, weil sie an spannenden H\u00e4usern arbeiten oder spannende Jobs haben. Ich habe Interesse an dem, was sie machen, aber auch Interesse eventuell mal Teil davon zu sein. Es kann nicht schaden, wer wei\u00df, wenn nicht, dann ist es wenigstens eine spannende Begegnung.<\/p>\n<p>A: Wir Jungen, die versuchen Kunst zu machen. Ganz plump gesagt. Wir versuchen etwas, also \u201eBewegen\u201c ist vielleicht ein gro\u00dfes Wort.<\/p>\n<p>L: Ich finde es sind coole Projekte. Ehm. Also, dass es gesellschaftliche Themen sind, welche ich nach meinem Gusto \u2013 also schon in einem Rahmen \u2013 aber auch wie ich das will, damit umgehen kann, zeigen, einsetzen oder nicht einsetzen.<\/p>\n<p>A2: Also bringst du eigentlich auch eigene Anliegen rein? Ja, voll.<\/p>\n<p>A: Das ganze Konzept fand ich lustig. Und das Anstrengendste war wirklich das hin- und herlaufen. Dann haben mir die F\u00fc\u00dfe weh gemacht. <i>Gel\u00e4chter.<\/i> Schei\u00dfe. Bald brauchen wir eine Versicherung f\u00fcr unsere Performer.<\/p>\n<p>L: Ja und vor allem \u00fcber diese Zeitdauer, dann sind alle plemplem. Ja, ich meine dieser White Cube war die absolute H\u00e4rte. Es war eigentlich ein mega unmenschliches Experiment. <i>Gel\u00e4chter.<\/i> Ja, Fritz hat auch so betont, dass das Klingental so anstrengend war. \u201eU huer\u00e4\u201c. Das war mega anstrengend. Und Elke hat doch nichts mehr gesehen. Ja, man ist soo ausgestellt, ich meine im \u00f6ffentlichen Raum kann man einfach abhauen. Man kann untertauchen.<\/p>\n<p>A2: Man kann selber bestimmen, wie viel man investiert bis dann und dann. Dann und dann. Gut, dann gibt es manchmal noch Texte zu \u00fcben, das kann man auch mehr oder weniger machen.<\/p>\n<p>A: Ich w\u00fcrde vielleicht nicht sagen eine Motivation, aber es wird ein bisschen stimmiger, also das Engagement wird stimmiger. Also ich finde nicht, dass es mich mehr verpflichtet oder dass ich loyaler sein muss. Besser oder engagierter? Oder etwas erf\u00fcllen, Erwartungen? Nein.<\/p>\n<p>L: Am Anfang ging es darum gleichzeitig etwas kennenzulernen, etwas zu lernen, andere Orte, anderes Publikum, andere R\u00e4ume, eine andere Performance.<\/p>\n<p>A: Du, und wie f\u00e4ndest du das, wenn unsere Performances verkauft werden w\u00fcrden?<\/p>\n<p>L: Das ist schon noch lustig diese Vorstellung. Der Hausperformer. Auf einer Tour. Aber ich wei\u00df, dass es wahrscheinlich nicht lange gut w\u00e4re, f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>A2: Wenn jetzt eine Performance \u00fcber eine Galerie an einen Sammler verkauft wird. Was macht er mit dieser gekauften Performance? L\u00e4sst er diese wieder in einem institutionellen Rahmen auff\u00fchren, bei sich zu Hause, wird es in der \u00d6ffentlichkeit aufgef\u00fchrt, im Theater oder, ja alles so Sachen. Und ja wer legt das fest? Ja wer legt das fest.<\/p>\n<p>A: Wie ist dann das Verh\u00e4ltnis zu dem, was wir verkaufen? Wie man das aufteilt, wer dann welches Geld bekommt?<\/p>\n<p>L: Ein heikles Thema.<\/p>\n<p>Ich kann sagen, was ich will, oder?<\/p>\n<p>A: Wollt ihr noch etwas trinken? Willst du noch etwas trinken?<\/p>\n<p>A2: Ich musste unterschreiben, dass ich nicht \u00fcber meinen Lohn spreche. Ich spreche mit jedem \u00fcber meinen Lohn, ich frage jeden, wie viel er bekommt, du musst dir gegenseitig sagen, was wie viel wert ist.<\/p>\n<p>A: Ich habe fr\u00fcher mit einem Finanztyp meinen Lohn verhandelt, inzwischen verhandle ich immer mit dem k\u00fcnstlerischen Leiter, das ist eine Taktik, das ist v\u00f6llig daneben, das ist der Typ, der dir die Rolle gibt, du bist abh\u00e4ngig von dem.<\/p>\n<p>L: Und M\u00e4nner sind viel besser im Verhandeln, Frauen sind tendenziell viel schlechter, ich bin eine grauenvolle Verhandlerin, ganz schlecht. <i>Gel\u00e4chter.<\/i><\/p>\n<p>A2: Ich bin also schon daran interessiert woher euer Geld kommt. Weil ich es komisch finde, wenn es aus eurem privaten Topf kommt. Es ist ja noch oft so bei diesen Offspace Sachen, dass es gerade mal f\u00fcr das Zugticket reicht. Es interessiert mich eigentlich sowieso immer, wer wie viel Geld hat und was es f\u00fcr ein Budget ist.<\/p>\n<p>A: Also du bist noch nie in den Konflikt gekommen, dass du absagen musstest, weil wir von der Stiftung unterst\u00fctzt werden, deren Geld du irgendwie nicht annehmen kannst?<\/p>\n<p>A2: Nein, ich bin nicht so w\u00e4hlerisch. Wir ja auch nicht. Au\u00dfer Nestl\u00e9. Die haben wir verbannt. Ja, die haben wir verbannt. <i>Gel\u00e4chter.<\/i><\/p>\n<p>L: Ja, ja. Nestl\u00e9 pr\u00e4sentiert. \u201eLooking for Fritz\u201d presented by Nestl\u00e9.<\/p>\n<p>A: Aber solange die so diskret im Hintergrund sind&#8230;<\/p>\n<p>A2: Aber vielleicht kauft diese Arbeit, die wir hier jetzt gerade machen, auch ein mega unsympathischer Sammler im Klingental.<\/p>\n<p>L: Und wer schaut sich heute denn Kultur an und wer ist interessiert daran?<\/p>\n<p>A: Nur weil man von einer Stiftung bezahlt wird, hei\u00dft es ja noch lange nicht, dass man diesen institutionellen Vorgaben im Inhalt entsprechen muss.<\/p>\n<p>A2: Oft geht es darum Projekte anhand einer Ausschreibung zu entwickeln, die bestimmte Inhalte generieren.<\/p>\n<p>L: Also es gibt so viele Orte, die infiltriert werden oder Kontextbedingungen, wo man gezwungen ist, irgendwas so kehren, damit es in einen Rahmen passt.<\/p>\n<p>A: Denkst du, sie k\u00f6nnen so krass in deine Arbeit eingreifen? Ja, ich glaube einfach rechtlich ist es so. Wenn du von einer Galerie vertreten wirst, kannst du nicht mehr einfach so etwas\u00a0 \u201emauscheln\u201c.<\/p>\n<p>L: Da musst du einfach \u201ehuer\u00e4 schlau\u201c sein.<\/p>\n<p>A: Ich will unbedingt eine Agentur, in der Schweiz gibt es ein Gesetz, das Agenturen verbietet, weil es um den Verkauf von Personen geht. Prostitution.<\/p>\n<p>A2: Einige haben sogar Showreels geschickt, v\u00f6llig absurd. Genau, so Videos. Dann bist du pl\u00f6tzlich wirklich in einer anderen Position. Du w\u00e4hlst nicht mehr aus und machst Anfragen, sondern du \u201ecastest\u201c.<\/p>\n<p>L: Das ist schon eine unangenehme Sache, bei euch sind es irgendwelche Vernissagen und Finissagen und bei mir Premieren, wo man bl\u00f6d herumsteht.<\/p>\n<p>A: Und Model-Agenturen?<\/p>\n<p>L: Das nervt mich immer wieder am freischaffenden Arbeiten, dass ich darauf angewiesen bin, dass MEIN Telefon klingelt und mich jemand fragt, ob ich mitmachen will. Und mein Netzwerk stabil zu halten, das ist meine Aufgabe, aber das nervt mich manchmal auch, dass es meine Aufgabe ist, \u00fcberspitzt gesagt, freundlich zu Leuten zu sein. Und dann nicht verwechseln mit Freundschaft, das versuche ich gerade zu lernen, das kann ich nicht gut unterscheiden.<\/p>\n<p>A2: Ja, aber ich finde auch der Druck auf mich als \u2013 eben pl\u00f6tzlich \u2013 Arbeitgeberin.<\/p>\n<p>Und viele sind professionell und wollen das f\u00fcr ihre Erfahrung oder f\u00fcr ihren Lebenslauf und dann m\u00fcssen wir ja auch etwas bieten. Also es muss ihnen etwas n\u00fctzen, dass sie bei uns mitmachen.<\/p>\n<p>A: W\u00e4re es anders f\u00fcr dich, wenn wir Vertr\u00e4ge machen w\u00fcrden?<\/p>\n<p>A2: Ich f\u00e4nde es ehrlich gesagt sehr l\u00e4cherlich.<\/p>\n<p>L: Ja, ganz klar. Dort wird es versachlicht.<\/p>\n<p>A: Also f\u00e4ndest du das unangenehm? Also g\u00e4be es einen Druck auf deine Leistung? Oder f\u00e4ndest du es b\u00fcrokratisiert?<\/p>\n<p>L: Ja, es w\u00e4re einfach etwas anderes. Ja, es w\u00e4re b\u00fcrokratisiert. Man m\u00fcsste ja dann auch ausformulieren, was die Leistung eigentlich ist. Ja genau. Aber wenn man es so formulieren w\u00fcrde, dass ich diese Freiheit behalte, w\u00e4re es am Schluss nicht anders. Es w\u00e4re einfach b\u00fcrokratisiert. Ja.<\/p>\n<p>A2: Egal, wie sehr wir uns streiten sollten, also stell dir mal vor, es w\u00fcrde soweit kommen, dass ich einen Anwalt einschalte und ich bin davon \u00fcberzeugt, dass ich nie einen Anwalt einschalten w\u00fcrde f\u00fcr zweihundertf\u00fcnfzig Franken.<\/p>\n<p>L: Ich habe nie das Gef\u00fchl, ein Vertrag sei etwas Gutes, sondern ich unterschreibe etwas, was andere in der Hand haben gegen mich.<\/p>\n<p>A: Bei uns kann man ja jederzeit wieder abspringen, man kann jederzeit wieder aufh\u00f6ren und wir k\u00f6nnen nichts machen. Es basiert schon alles auf Vertrauensbasis.<\/p>\n<p>L: Eben, f\u00fcnfzehn Seiten unterschreiben, das sind \u00fcber Jahre angesammelte Problemf\u00e4lle.<\/p>\n<p>A2: Ich meine, was macht ihr, wenn ihr jemanden habt, der nirgends angestellt ist und keine Unfallversicherung hat? Oh ou. Ja, wir machen ja alles schwarz, wir sind keine offiziellen Arbeitgeber. Pssst. Das habe ich vorher auch gedacht, wollte es aber nicht aussprechen. Stimmt. Wenn mein Computer durchsucht wird dann&#8230;wir m\u00fcssen alles zensieren.<\/p>\n<p>A: Und ja wir haben eben das Problem&#8230;soll ich das jetzt sagen? Ich sage es jetzt nicht&#8230;das Problem, dass wir ein kleines Verm\u00f6gen \u00fcberwiesen bekommen haben, drei Tage vor Jahresabschluss, das wir beide nicht versteuern wollen. Wir m\u00fcssen es verschwinden lassen.<\/p>\n<p>L: Es hallt so komisch, ihr h\u00f6rt euch an wie Gespenster, das ist noch sch\u00f6n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Gespr\u00e4chen mit Judith Cu\u00e9nod, Nora Locher, Fritz R\u00f6sli Aufgef\u00fchrt in der Ausstellung Vanishing Point, Ausstellungsraum Klingental, Basel, September 2014 PerformerInnen: Ana Casta\u00f1o Almendral, Anna Christen, Lucien Haug F\u00fcr ALLES SCHWARZ f\u00fchrten Ariane Koch und Sarina Scheidegger\u00a0mit PerformerInnen, die im &hellip; <a href=\"https:\/\/allover-magazin.com\/?p=2024\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":2088,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[104,105],"tags":[],"class_list":["post-2024","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ausgabe-8","category-kunstlerische-textbeitrage"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2024"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2024\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2062,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2024\/revisions\/2062"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/allover-magazin.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}